Es sind noch Plätze frei
Für eine politische Bildung, die nicht hinter der Realität zurückbleiben will, ist das gegenwärtige Tempo und Ausmaß der politischen Veränderungen eine große Herausforderung. Global, aber auch in Deutschland ist die Politik im rasanten Wandel. Trügerisch ist dabei die noch gefühlte Normalität angesichts traditioneller Koalitionen in Bund und Ländern. Wer auf die letzten Wahlergebnisse und Umfragen schaut, kann den großen Vorsprung der AfD in den östlichen Bundesländern und sogar in Umfragen zur Bundestagswahl nicht mehr übersehen. Da die Bundes-AfD derzeit als “rechtsextremistischer Verdachtsfall” genannt wird, solange die Klage gegen die Einstufung als “gesichert rechtsextremistisch” noch verhandelt wird, die Partei in Sachsen-Anhalt durch den dortigen Landesverfassungsschutz als “gesichert rechtsextremistische Bestrebung” eingestuft ist und in Mecklenburg-Vorpommern als “rechtsextremistischer Verdachtsfall”, ist es wichtig, sich mit den potenziellen Auswirkungen der kommenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zu befassen und dabei besonders die Wahlergebnisse und Programme der AfD in den Blick zu nehmen. Vor allem in Sachsen-Anhalt (6. September) scheint eine Regierungsübernahme der AfD, realistisch. Auch in Mecklenburg-Vorpommern (20. September) ist die AfD weit voraus. In Berlin (20. September) machen die gleich starken Umfrageergebnisse von CDU, SPD, Grüne, Linke und AfD nachdenklich.
Drei Tage nach Vorliegen der Wahlergebnisse können wir die Konsequenzen zeitnah besprechen. Wir leben und arbeiten nicht in diesen drei Ländern. Das zukünftige politische Klima sowie Entscheidungen in Bundesrat und in der Bildungsministerkonferenz (ehemals KMK) können dennoch weitreichende Auswirkungen auf die politische Bildung auch an unseren Schulen haben.
Das Konzept dieser partizipativ geplanten Veranstaltung sieht vor, die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen an den Präferenzen der Teilnehmenden auszurichten. Mögliche Themen könnten sein: die politischen Folgen der Landtagswahlergebnisse im Osten, die bildungspolitischen Vorstellungen der AfD, die u.a. die Abschaffung der Schulpflicht fordert, die erwartbaren Kontroversen über politische Bildung, z.B. im Umgang mit dem Beutelsbacher Konsens, der Rolle und Haltung von Lehrkräften in einer sich verändernden politischen Landschaft, die emotionalen Auswirkungen einer AfD-Machtübernahme auf vulnerable Schüler:innen und auf den Politikunterricht in Bremen, die Situation in Bundesrat und Bildungsministerkonferenz nach einem möglichen Einzug der AfD, unter anderem zu gemeinsamen Standards in Schule und Unterricht uvm.
Ziele:
Dozent: Dr. Matthias Güldner, Zentrum für Arbeit und Politik der Universität Bremen
23.09.2026
15:30 - 17:30 Uhr
Domshof 26, Universität Bremen Forum am Domshof